Deine wunderschöne Frucht

love🇩🇪~2m

Du siehst ganz viele wunderschöne Früchte an einem großen Busch, nur eine ist gar nicht so Perfekt, sie scheint besonders. Du entscheidest dich für sie und wählst keine zweite. Du beschließt: „Diese Frucht will meine sein“! Viele andere sehen diese Frucht auch und denken sich dasselbe. Du überlegst dir Strategien, um diese Frucht so schnell wie möglich zu pflücken, vielleicht etwas zu lange, denn bevor du versuchen konntest der Frucht näherzukommen, pflückt sie plötzlich ein schwarzer Rabe und fliegt weit davon. So weit, dass du lange Zeit keine Sicht auf deine wunderschöne Frucht hast. Tage verstreichen bis du sie wiederfindest. Sie liegt noch unberührt im Nest des Raben. Es sieht aus, als sei der Rabe nur wenige Male zurückgekommen, denn das Nest ist scheinbar unberührt. Du gehst zum Nest, um deiner Frucht wieder ein Stück nähern zu sein und vermerkst beim Heranschleichen den Raben über dem Nest Kreisen. Es scheint als schütz er sie so, dass niemand es merkt, kommt ihr selber aber nie zu Nahe. Du schreitest zurück und bemerkst die Blicke des Raben. Es scheint als wollte er dir etwas sagen. Nachdenklich ziehst du dich wieder zurück, um dir eine neue Taktik auszudenken.

In Gedanken und träumen versunken merkst du, dass es dir niemals gelingen wird an dem Raben vorbeizukommen, ohne dass er es merkt oder noch schlimmer, er wieder mit deiner Frucht davon fliegt. Du beschließt dich vorerst in den Schatten eines großen eckigen, ja fast herzförmigen Stein zu stellen. Du nimmst den Stein als deines. So groß, so fest, so alleine, so stark und doch verletzlich. Im Herzen spürst du etwas, es könnte ein Gefühl der Hoffnung sein, aber woher kommt es. Vielleicht ist es die Frucht, die dich stärker macht. Du schaust dich um, du suchst nach etwas, weist aber nicht genau nach was. Eine ganze Weile schaust du dich um. Plötzlich spürst du ein raues, aber doch so warmes Gefühl an deinem linken Unterschenkel. Eine Spinne! „Oder doch eher eine haarige Eidechse?“, ein kalter Schauer kriecht deinen Rücken hoch. Du schüttelst das haarige gewisse etwas von deinem Bein. Auf einmal kommt dir eine Idee. Wenn der Rabe nicht freiwillig von deiner wunderschönen Frucht verschwindet, musst du ihn überlisten. Du nimmst also dieses haarige Ding, „oder doch eine Eidechse?“ und wirfst es neben das Nest.

Der Rabe ist durch sein langes Kreisen in der Luft schon sehr hungrig geworden. Warum er die Frucht noch nicht gegessen hat ist dir unklar, aber dein Herz pocht umso mehr, wenn du in dem Gedanken bist, zu wissen, dass du der erste sein wirst, der in den Genuss dieser wunderschönen einzigartigen Frucht kommt. Der Rabe zögert nicht lange und fliegt im Sturzflug auf dieses etwas zu. Für ihn wohl ein Leckerbissen. So leise wie deine Sohlen dich tragen können, so schnell wie dein Herz schlägt, rennst du auf deine wunderschöne Frucht zu. Auf deine Frucht, die Frucht, welche dir vor deinen Augen das Herz schneller schlagen lässt. Du bist ihr so nah wie noch nie zuvor. Du greifst zu und…